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Vom Beherrschen zum Spielen – die nächste Stufe im Information Supply Chain Management (ISCM)

Wann macht etwas Spaß? Zum Beispiel ein neuer Sport, den man zu trainieren beginnt? Bei mir war es das Surfen. Nicht das Surfenlernen hat Spaß gemacht, die ersten Schritte waren eher frustrierend, Trockenübungen am Strand, das richtige Paddeln lernen im Wasser und die unzähligen Male, in denen mich die Wellen durchgespült haben wie in einer Waschmaschine. Das erste Mal eine Welle bekommen, auf dem Surfboard stehen und die Welle reiten, auch wenn es nur wenige Meter waren – das hat Spaß gemacht. Es war ein Anfang, eine Basis, auf der ich mich weiterentwickeln konnte. Ich hatte die Hürde des Lernens überwunden und konnte beginnen, die Feinheiten zu perfektionieren.

Ähnlich gestaltet sich die Situation in Unternehmen. Über die letzten Jahrzehnte haben Organisationen viele Bereiche optimiert – etwa die Serienfertigung. Von der Automatisierung mit Industrierobotern bis hin zur kundenindividuellen Produktion „on demand“. Aufseiten der IT begann diese Reise vor mehr als 30 Jahren, als ERP-Systeme die Fertigung revolutionierten und Lieferketten digitalisierten. Die heutige Herausforderung? Unternehmen stecken im Bereich Informationsmanagement immer noch in einer „Lernphase“.

Die Evolution des Informationsmanagements

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Lange Zeit war die IT auf die Optimierung von Produktion, Logistik, Finanzen und interner Kommunikation fokussiert. Ab etwa 2010 wurde jedoch zunehmend klar, dass das Management von Produktinformationen – Content, Medien und Daten, die Entwicklung, Produktion und Vermarktung unterstützen – nicht länger ausgeklammert werden kann.

Warum? Bisher funktionierten die „Silos“: Entwicklungsabteilungen verwalteten ihre Daten in Excel-Tabellen, das Produktmanagement hatte eigene Systeme, und Informationen wurden bei Bedarf manuell zwischen Abteilungen ausgetauscht. Marketing, Entwicklung und Produktmanagement arbeiteten oft parallel, ohne durchgängige Prozesse oder Systeme. Doch immer kürzere Produktlebenszyklen und steigende Erwartungen der Kunden haben diese Fragmentierung an ihre Grenzen geführt.

Ein Vergleich mit den Anfängen von ERP-Systemen drängt sich auf: In den 1980er- und 1990er-Jahren dominierte eine manuelle Verwaltung. Doch mit Standards und Best Practices wurde die Supply Chain effizient – heute liefert sie Produkte in weniger als 24 Stunden weltweit. Die „Informationslieferkette“ hingegen blieb fragmentiert, fehleranfällig und nicht skalierbar.

Der Druck durch neue Touchpoints und steigende Erwartungen

Die Kundenlandschaft heute unterscheidet sich grundlegend von jener der frühen 2010er-Jahre. Mobile Endgeräte, Wearables und IoT-Geräte haben neue Kommunikationskanäle geschaffen, die mit relevanten, konsistenten Informationen in Echtzeit bedient werden müssen. Kunden erwarten heute, dass sie über soziale Medien, Onlineshops, Print-Kataloge oder direkt in Apps auf präzise Produktinformationen zugreifen können – in ihrer Sprache und für ihre Bedürfnisse aufbereitet.

Doch statt „mitzuspielen“, kämpfen viele Unternehmen noch immer mit veralteten Methoden: manuelle Datenübertragungen, Silo-Denken und redundante Systeme. Gleichzeitig gibt es erste Vorreiter, die das „Spiel“ gemeistert haben: Unternehmen, die ihre Produktinformationen konsistent über alle Kanäle hinweg bereitstellen, in über 30 Sprachen und ohne Verzögerung.

ISCM – die nächste Kernkompetenz

Die Zeiten, in denen Kunden Produkte durch Ausprobieren oder persönliche Beratung auswählen, sind vorbei. Entscheidungen werden heute durch die Qualität und Verfügbarkeit von Informationen beeinflusst. Unternehmen, die dieses „Spiel“ beherrschen, sichern sich nicht nur einen Wettbewerbsvorteil, sondern ihre Existenz.

Doch ISCM ist keine Kompetenz, die sich kurzfristig durch Investitionen oder Technologie allein aufbauen lässt. Ähnlich wie beim Aufbau der ERP-Systeme vor einigen Jahren, braucht es strategisches Vorgehen:

Multidisziplinäre Teams: Experten aus Einkauf, Produktmanagement, IT, Vertrieb und Marketing müssen zusammenarbeiten.

✅  Erfahrene Coaches: Externe Partner helfen, die Komplexität zu meistern.

Langfristige Planung: Technologie muss integriert und schrittweise eingeführt werden – als Teil einer klaren Zielarchitektur.

Systematisches Training: Teams brauchen Zeit, um Prozesse zu verstehen, Systeme zu nutzen und zu perfektionieren.

Fazit: Vom Lernen zum Spielen

Die Kommunikation von Produkten und Dienstleistungen wird zunehmend zur entscheidenden Kompetenz im Wettbewerb. Unternehmen, die ISCM als strategisches Ziel verstehen, haben die Chance, nicht nur Marktführer in der Fertigung zu sein, sondern auch in der Produktkommunikation. Es ist an der Zeit, den Schritt vom mühsamen Beherrschen zur spielerischen Perfektion zu machen – mit der richtigen Ausrüstung, klarer Strategie und einem starken Team.

Die Frage lautet nicht mehr, ob Unternehmen sich diesem Wandel stellen, sondern wie schnell sie es tun können. Der Markt wartet nicht – aber die Belohnung für diejenigen, die das Spiel vorantreiben, ist enorm.

Noch mal kurz zurück zum Anfang und zu meinen Surfübungen: Ich hätte natürlich versuchen können, allein das Surfen zu lernen. Dann hätte ich ein wenig im Netz recherchiert, mir vermutlich ein super stylisches Surfboard gekauft und einen schicken Neoprenanzug dazu. So weit, so gut. Aus heutiger Sicht wäre das Ergebnis folgendes gewesen:

    • Ich hätte mich in meinen viel zu dicken (zu warm) oder zu dünnen (zu kalt) Neoprenanzug gequält.
    • Wenn ich es dann irgendwie ins Wasser geschafft hätte, mit meinem schicken Board, hätte ich gemerkt, dass das Board viel zu klein ist für mich – und ich wäre ständig untergegangen.
    • Hätte ich es dann trotzdem geschafft, in die Nähe einer Welle zu kommen, hätte die mich nicht nur durchgewaschen, sondern das unkontrolliert durch die Wellen fliegende Board hätte mich vermutlich auch ziemlich verletzen können.

Habe ich alles zum Glück nicht gemacht, sondern mich bei Profis in einer Surfschule angemeldet. Damit habe ich schneller gelernt, mehr Spaß gehabt und nebenbei kein Geld für falsches Material ausgegeben.

In Bezug auf unser ISCM-Thema kann ich nur den Tipp geben: Holen Sie sich einen Berater, Coach oder Partner an Ihre Seite, der Ihnen hilft. Das spart ihre Zeit, ihr Geld und erspart Ihnen blaue Flecken.

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