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Von der Quelle bis zum Kunden: P2C in der Information Supply Chain

Stellen Sie sich vor, ein Unternehmen verfügt über Hunderte, vielleicht Tausende Produkte – jedes mit seinen eigenen Daten: Maße, Farben, Materialien, Preise, Bilder und Beschreibungen. Diese Informationen sind der Treibstoff des digitalen Handels. Doch bevor sie bei Ihren Kundinnen und Kunden ankommen, müssen sie einen langen Weg zurücklegen – durch die sogenannte Information Supply Chain. Unser Senior Consultant Matthias Jacob nimmt Sie mit auf die spannende Reise.

Die Herausforderung: Daten auf Reisen

In dieser Kette gibt es einige bekannte Stationen: das ERP-System, das über Lagerbestände wacht; das PIM-System, in dem Produktinformationen gepflegt werden; und häufig ein DAM-System, das Bilder und Medien verwaltet. Diese Systeme sind wahre Datensammler, aber keine guten Geschichtenerzähler. Sie wissen viel, doch sie sprechen oft nur ihre eigene Sprache.

Und genau hier beginnt das Problem:
Kunden, Händler oder Plattformen wollen die Daten in ihrem eigenen Format – strukturiert, genormt, vielleicht sogar in einem spezifischen Standard wie BMECat oder GAEB. Gerade Hersteller müssen hier häufig dem Wunsch – oder besser der Forderung – ihrer Handelspartner und deren Einkäufern nachkommen, sonst droht Ungemach oder sogar Strafe. Und da man meist nicht nur einen Kunden hat, geht die Formatvielfalt bei dem einen oder anderen Erzeuger von Produktinformationen schon mal in die Hunderte.

Der Versuch, all diese Anforderungen direkt aus den Quellsystemen heraus zu erfüllen, gleicht schnell einem komplexen Puzzlespiel: Viele Schnittstellen, unzählige Exporte, individuelle Anpassungen – und jede Änderung kostet Zeit und Geld.

Die Lösung: Ein Übersetzer zwischen den Welten

Hier betritt eine neue Figur die Bühne der Information Supply Chain: P2C – „Product to Customer“.
Man kann sich P2C wie einen intelligenten Dolmetscher vorstellen, der zwischen den internen Systemen eines Unternehmens und den unterschiedlichsten Kundensystemen vermittelt.

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Ein P2C-System zapft die Quellsysteme an, sammelt deren Daten ein, bringt sie in eine einheitliche, verständliche Form – und verwandelt sie anschließend in das Format, das der Kunde braucht. Ob standardisiert oder kundenspezifisch, ob XML, Excel oder JSON – das System weiß, wie man die Informationen passend verpackt.

Das Ergebnis? Eine einmalige Anbindung an die internen Systeme genügt, um viele verschiedene Kundenanforderungen zu bedienen. Daten, die früher mühsam von Hand exportiert oder programmiert werden mussten, fließen nun automatisiert und standardisiert.

Der Platz von P2C in der Systemlandschaft

In der Architektur eines Unternehmens nimmt P2C die Rolle eines Mittlers ein – es steht zwischen den Quellsystemen (wie ERP, PIM oder DAM) und den Systemen der Kunden. Immer dann, wenn Kunden Industriestandards verlangen oder sehr spezifische Datenanforderungen haben, spielt P2C seine Stärken aus.

Es sorgt dafür, dass

  • Daten aus verschiedenen Quellen vereinheitlicht werden,
  • Transformationen standardisiert und wiederverwendbar sind und
  • die Ausgabeformate flexibel gestaltet werden können.

Die Vorteile – und was man dabei beachten sollte

Einmal eingerichtet, kann ein P2C-System viele Aufgaben übernehmen, die sonst aufwendig im PIM oder ERP konfiguriert werden müssten:

  • Viele Standardformate sind bereits integriert.
  • Schulungen statt Programmierung: Geschulte Mitarbeitende können das System selbst pflegen.
  • Und es kann als Brückenlösung dienen, bis die Datenqualität in den Quellsystemen vollständig harmonisiert ist.

Doch auch P2C ist kein Wundermittel:

  • Es ist eine zusätzliche Software, die gepflegt werden muss.
  • Zu Beginn braucht man oft externe Expertise für die Einrichtung.
  • Und – wie immer bei Daten – gilt: „Garbage in, garbage out.“ Schlechte Eingabedaten bleiben schlechte Ausgabedaten.

Was P2C nicht ist

P2C ist kein Datenspeicher. Es ist kein Ort, an dem Informationen dauerhaft leben. Stattdessen arbeitet es wie eine Schaltzentrale, die Daten im Moment des Bedarfs verarbeitet.

Das bedeutet: Wenn ERP oder PIM offline sind, liefert P2C keine Daten. Es hängt also von der Stabilität der Quellsysteme ab.

Fazit: Die neue Abkürzung auf dem Weg zum Kunden

P2C ist mehr als nur eine weitere Buchstabenkombination im Datendschungel. Es ist ein praktischer Wegweiser, der Unternehmen hilft, Produktdaten schneller, effizienter und in besserer Qualität zu ihren Kunden zu bringen.

Wer heute noch mit individuellen Schnittstellen kämpft oder komplexe Exporte manuell baut, findet in P2C einen flexiblen Begleiter auf dem Weg zu einer modernen, skalierbaren Datenstrategie.

Ob sich dieser Weg auch für Ihr Unternehmen lohnt – das erfahren Sie im zweiten Teil.

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