Hand aufs Herz: Hast du schon einmal davon geträumt, da zu arbeiten, wo andere Urlaub machen? In der Mittagspause eine Runde Surfen gehen oder direkt nach dem letzten Meeting einen Sundowner in einer Rooftop-Bar genießen? Ja?
Bei Xtentio überhaupt kein Problem, denn dein Homeoffice muss bei uns nicht zwingend bei dir zu Hause sein. Seit 2023 hat jeder bei uns die Möglichkeit, von überall zu arbeiten – ganz offiziell und versicherungstechnisch abgesichert. Natürlich geht das nicht, ohne ein paar Rahmenbedingungen.
Unser Senior Consultant Jürgen Richter verrät euch hier exklusiv, was er bei seinem Work-from-anywhere-Trip letzten Winter bedacht hat und, ob er es wieder tun würde.
Homeoffice in Calabrien - das Experiment beginnt
Die Kinder sind erwachsen und aus der Schule, die Frau hat einen Homeoffice-Vertrag, die Kunden sind entweder selbst dezentral organisiert oder möchten Reisekosten sparen. Beste Voraussetzungen für Homeoffice, das gar nicht @Home stattfindet.
Es muss ja nicht gleich Bali sein, im Allgäu ist es auch schön. Hauptsache mal raus aus den eigenen vier Wänden.
Zeitraum und Ziel
Für die Wahl des Zeitraums haben wir verschiedene Parameter berücksichtigt:
- keine Urlaubssaison
- keine wichtigen Kunden- oder Xtentio-internen-Events
- nochmal Sonne tanken vor dem Winter
- je länger die Anreise, desto länger der Aufenthalt. Es macht wenig Sinn 24h mit dem Auto anzureisen, um dann nach einer Woche wieder heimzufahren.
Mögliche Ziele, die wir in Betracht gezogen haben:
- Südeuropa
- typische Flugziele wie z.B. die kanarischen Inseln
Weitere Parameter:
- max. +/- 2h Zeitunterschied gemäß Xtentio-Guideline
- aus privaten oder beruflichen Gründen im Notfall innerhalb von 24h wieder in der Heimat sein zu können
Die Wahl des Transportmittels
Vorteil Auto
Man kann mehr Equipment mitnehmen, z.B. zweiter Monitor, Kabel und Rennräder.
Flexibler bei ad hoc Rückreise.
Vorteil Flugzeug
Viel weitere Entfernungen möglich.
Hier würde ich erst nach günstigen Tickets suchen, um Ziel und Datum festzulegen, z.B. „3 Wochen Marrakesch im März“ – hört sich gut an.
Vorteil Bahn
Wer Bahnfahren liebt, hat hier die üblichen Vorteile.
Es gibt Nachtzüge und günstige Europatickets.
Hier würde ich auch erst nach günstigen Tickets und langen Strecken ohne Umsteigen suchen, um Ziel und Datum gestzulegen.
Drei Wochen Kalabrien im November
Wir sind letztendlich im November drei Wochen mit dem Auto nach Kalabrien gefahren. Kalabrien ist die südlichste Region des italienischen Festlandes. Wir hatten Sizilien und Mount Stromboli quasi als Aussicht.
Bei meist mehr als 20°C hatten wir die zahlreichen Strände und Buchten in karibischem Türkis ganz für uns allein – der normale Italiener ist schon im Wintermodus mit dicker Jacke. Für uns war es aber immer noch warm genug und das Wasser ist vom Sommer auch noch angenehm temperiert.
Die lokalen Straßen sind in keinem guten Zustand. Schlaglöcher, Wellen und tiefliegende Gullideckel machen die Autofahrt eher zu einem Offroad-Erlebnis. Besonders als passionierter Rennradfahrer muss man sehr aufmerksam sein und wird bei Talabfahrten gut durchgeschüttelt.
Zwischen West- und Ostküste ist es gebirgig mit großen Naturschutzgebieten. Die Ostküste ist um einiges trockener als die Westküste. Wir konnte daher viele Höhenmeter fahren und wenn das Wetter an der Westküste zu regnerisch war einfach an die Ostküste ausweichen.
Die Unterkunft
Inzwischen werden bei Hotels und AirBnB explizit Arbeitsplätze angeboten und Internetgeschwindigkeiten ausgewiesen.
Ein stabiles und schnelles Internet ist per Definition eine absolute Voraussetzung. Wenn dies nicht gegeben ist, ist das nicht nur ärgerlich, sondern man muss zum Arbeiten und um online an Meetings teilnehmen zu können, umziehen. Wir haben bei den Anbietern explizit nachgefragt und die Erfahrungsberichte entsprechend durchsucht.
Was braucht man zum Arbeiten?
- Wohnung mit zwei Schlafzimmern oder ggf. Arbeitsplatz auch für Partnerin/Partner
- Schreibtisch
- Arbeitsplatz auch für Partnerin/Partner
Und zum Online-Arbeiten?
- LAN > 20 Mbit (Microsoft nennt für Teams wenige Mbit als Mindestvoraussetzungen)
Aber:
- wir sind zu zweit
- wird die Bandbreite noch mit anderen Gästen geteilt?
- neben der Online-Session arbeitet man noch in anderen Applikationen wie Task-Management, Wikis, Office 365, die alle auch um Bandbreite betteln
- Mobilnetz 4G/LTE oder 5G als Fallback mit entsprechendem Smartphone Tarif
Die Packliste
Für das richtige Homeoffice-Erlebnis sollte man nicht mit dem 13“-Laptop unterwegs sein, sondern das gewohnte Equipment komplett mitnehmen:
So gut ausgestattet konnten wir dann arbeiten, wie zu Hause. Bei Online-Meetings hatten wir die üblichen Hintergrundeffekte. Manchen Kunden sowie Kollegen und Kolleginnen haben wir gesagt und gezeigt, wo wir sind. Bei Neukunden oder wenn es förmlicher war, haben wir es nicht thematisiert. Es geht dabei nicht um Geheimniskrämerei. Der Ort des Schaffens ist letztendlich irrelevant.
Fazit
Arbeiten war genauso effizient wie zu Hause. Keinen Kunden hat es gestört bzw. haben sie keine Unterschiede bemerkt. Das Arbeiten in einer Urlaubsumgebung war etwas surreal: normalerweise lässt man die Alltagssorgen im Urlaub zu Hause. Hier nicht.
Ziel, Zeitpunkt und Dauer waren für uns perfekt. Da es im Winterhalbjahr abends schnell dunkel wird, haben wir manchmal lange Mittagspausen am Strand eingeplant und dann abends entsprechend länger gearbeitet.
Plant am besten, wie wir, ein paar freie Tage am Anfang ein, um anzukommen und die Umgebung zu erkunden. Danach könnt ihr dann motiviert mit Work from Anywhere durchstarten.