Im Oktober 2024 war es endlich so weit, und der erste „Stromer“ zog in den Xtentio-Fuhrpark ein. Unser Senior Consultant Matthias Jacob hatte die Ehre, das erste E-Auto fahren zu dürfen. Und nach einem halben Jahr als Besitzer möchte er uns natürlich seine bisherigen Erfahrungen, seine anfängliche Skepsis und natürlich das erste große Abenteuer nicht vorenthalten.
Die erste Fahrt
10.10.2024: Es ist so weit – endlich! Der ursprüngliche Auslieferungstermin war eigentlich für Ende Juni geplant, doch aufgrund von Produktionsengpässen konnte das Auto erst jetzt ausgeliefert werden. Nach einer detaillierten Einweisung im Autohaus und dem Registrieren in der App des Herstellers ging es los. Das für mich erste Mal E-Auto – und es bewegte sich.
Doch das Fahren im Stadtverkehr ist zuerst eine Herausforderung, weil ich eigentlich direkt nach dem Anfahren schon zu schnell bin. Das Warngeräusch beim Überschreiten der erlaubten Geschwindigkeit ist beim Skoda leise und unaufdringlich. Aber es ist vernehmbar und man sollte auch wirklich darauf achten. Der Enyaq beschleunigt in rund sieben Sekunden von 0 auf 100 km/h – und das ziemlich linear.
Nach ein paar Monaten
An meiner Überzeugung, das richtige Auto gewählt zu haben, hat sich nichts geändert. Im Gegenteil: Mit jeder Fahrt freue ich mich mehr über das Auto! Warum? Weil sich jegliche Skepsis zum Thema Laden gelegt hat.
Mittlerweile ist es Routine geworden, das Auto bei jeder sich bietenden Gelegenheit ein bisschen zu laden. Es ist eben nicht wie beim Tanken: Das Auto wird nicht vollgetankt, sondern immer mal der Ladestand erhöht. Das Schöne in meiner Heimat Hamburg: Es gibt in der Regel genug Ladeplätze, die in akzeptabler fußläufiger Entfernung zum gewünschten Ziel liegen. Ein anderer Vorteil: Parken in Hamburg ist für Elektrofahrzeuge bis zur angegebenen Höchstparkdauer kostenlos!
Ein kleiner „Downer” ist die Ladedauer, besonders im Winter. Bei Langstrecken (wir reden von Entfernungen im Winter über 300 km) ist eine Ladepause von rund 30 Minuten einzuplanen, um den „Tank” wieder voll zu bekommen. Bei Temperaturen deutlich im Plusbereich verkürzt sich die Ladedauer und die Reichweite steigt – dann ist nach ca. 400 km Aufladen angesagt. Da auch das Wetter im Winter nicht so besonders ist, empfiehlt es sich, ein paar (Arbeits)Handschuhe zum Ladekabel zu legen. Das erspart kalte und schmutzige Hände.
Laden im Ausland bringt übrigens ein paar Herausforderungen mit sich, da hier ja nicht die DKV-Ladekarte der Firma zum Einsatz kommen kann. Im Gegensatz zu Deutschland, wo insbesondere die Schnellladestationen alle auch Kreditkarte akzeptieren, sind z. B. in Dänemark und den Niederlanden Ladekarten erforderlich. Darum haben wir für die privaten Auslandsfahrten noch Ladekarten von Shell und ENBW beschafft. Diese werden an den meisten Ladepunkten akzeptiert, sowohl bei Schnellladern als auch den verbreiteten Ladestationen in den öffentlichen Tiefgaragen.
Noch ein paar Worte zum eigentlichen Fahren: Auch hier ist meine Begeisterung nach wie vor groß, das Fahrgefühl ist einfach ganz anders als beim Verbrenner. Die Leistung kann jederzeit souverän abgerufen werden, auch (und gerade) beim beliebten Beschleunigen auf der Autobahn. Ich persönlich fahre das Auto übrigens wie ein normales Automatikfahrzeug, nutze also nicht die verschieden starken „Bremsstufen”, die auswahlbar wären. Was heißt das? Auf Wunsch kann das Auto fast bis zum Stillstand abgebremst werden , ohne die Bremse zu benutzen, sondern einfach, indem man den Fuß vom Gas nimmt. Das Auto bremst dann von allein relativ stark ab. Ich persönlich lasse es aber lieber rollen und benutze entweder das Bremspedal oder die Paddels am Lenkrad für die elektrische Bremse. Das Auto erkennt über Navi und Verkehrszeichen übrigens recht gut von selbst, wo es sich befindet, und bremst von allein bei Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Ortseinfahrten ab, ebenso bei Fahrzeugen dicht vor einem. Daran muss man sich gewöhnen, dann ist es aber sehr komfortabel! Ebenso gut funktioniert der Abstandstempomat, ein Feature, das ich im Stau vor dem Elbtunnel nicht mehr missen will.
Der Langstreckentest – auf ins Abenteuer
Manchmal kommt es unverhofft: Die erste wirklich lange Fahrt war eigentlich für den Urlaub im Sommer geplant und hätte sich erst einmal über etwa 600 km an einem Tag erstreckt – klar, klingt wenig für einen Dieselfahrer, aber es sollte ja entspannt werden –, doch dann kam Mitte März der Streik im öffentlichen Dienst.
Ein Kundentermin in Stockholm war genau in diesem Zeitraum geplant. Für den Montag, wo wir eigentlich hätten fliegen wollen, wurden bereits Streiks an allen größeren deutschen Flughäfen angekündigt. Da die Flüge nach Stockholm ohnehin recht rar sind, hatten wir vorausschauend geplant und einen Flug am Sonntag gebucht. Sonntagmorgen kurz nach dem Aufstehen kam dann aber die Ernüchterung. Der Flughafen Hamburg wurde „spontan” als einziger deutscher Flughafen schon am Sonntag bestreikt und unser Flug annuliert.
To drive, or not to drive? This is not a question! Der Kundentermin in Schweden war bedeutend, ausnahmsweise eine Durchführung per Videocall keine Option und ein Verschieben durch einen engen Projektplan kaum möglich. Eine Fahrt mit dem E-Auto erschien durchaus möglich, der Blick auf den Routenplaner machte aber schnell klar, worüber wir hier reden: 1.111 km. Dauer mit einem Verbrenner ohne Pause: 11,5 Stunden.
Die Fahrt mit dem E-Auto dauerte insgesamt 13,5 Stunden mit fünf Pausen – wobei nicht alle Pausen zum Laden genutzt wurden. Woran man sich bei langen Strecken mit E-Auto gewöhnen muss, ist die stark schwankende Reichweite bei hohen oder niedrigen Außentemperaturen. Da unsere erste Langstreckenfahrt nun ungeplant bei leichtem Frost ihren Lauf nahm und wir nicht in „Ladestress” geraten wollten, machten wir alle 200 bis 250 km eine Pause. Das zog die Fahrt zwar in die Länge, machte sie aber auch sehr entspannt!
Fazit des Langstreckentests:
Es war definitiv ein Abenteuer, so völlig spontan und unvorbereitet zu einer so langen Reise mit einem E-Auto aufzubrechen, aber am Ende waren all die Sorgen und Bedenken vor Antritt der Fahrt umsonst, und den „Stromer“ zu nehmen, eine gute Entscheidung. Wir sind entspannt bei unserem Kundentermin in Stockholm angekommen und würden uns jederzeit wieder für ein E-Auto entscheiden.